Im Winter steigen bei vielen Haushalten die Nebenkosten – vor allem durch Heizung und Warmwasser. Gleichzeitig fragen sich viele: Ist das noch normal oder stimmt etwas nicht?
Dieser Artikel gibt Ihnen eine praktische Orientierung, erklärt typische Kostentreiber und zeigt, wie Sie ohne große Investitionen gegensteuern können.
Warum Nebenkosten im Winter fast immer steigen
Im Winter laufen Heizungen länger, Warmwasser wird häufiger genutzt und Lüftungsverhalten ändert sich. Dazu kommen Faktoren wie:
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kältere Außentemperaturen (mehr Heizbedarf)
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feuchte Luft in der Wohnung (man heizt “gegen Kältegefühl”)
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falsches Lüften (Kipplüften kühlt Wände aus)
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ungünstige Tarife oder falsche Einstellungen
Die größten Kostentreiber in der kalten Jahreszeit
1) Heizung
Meist der Hauptposten. Relevant sind:
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Heizverhalten (gleichmäßig vs. starkes Aufheizen)
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Gebäudedämmung / Wärmeverluste
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Heizkörper frei oder zugestellt
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Entlüftung / Einstellung der Thermostate
2) Warmwasser
Wird häufig unterschätzt:
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Duschdauer und Temperatur
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Warmwasserbereitung (zentral/dezentral)
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Geräte/Armaturen (z. B. Durchlauferhitzer)
3) Lüften & Feuchtigkeit (indirekter Kostentreiber)
Hohe Luftfeuchtigkeit fühlt sich „kälter“ an → man dreht stärker auf.
Zudem steigt Schimmelrisiko, wenn falsch gelüftet wird.
Tipp: Ein Hygrometer hilft (Zielbereich oft 40–60 %).
Wann sind Nebenkosten „zu hoch“? (Praktische Anzeichen)
Es gibt keine perfekte Zahl, weil Größe, Zustand und Heizsystem unterschiedlich sind. Aber diese Hinweise sind ernst zu nehmen:
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Ihre Abschläge steigen stark, obwohl Sie Ihr Verhalten nicht geändert haben
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Räume wirken trotz Heizen „kalt“ (Zugluft, Fenster undicht, Heizkörperproblem)
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Heizkörper gluckern / bleiben oben kalt (Entlüften nötig)
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Sehr hohe Luftfeuchtigkeit (dauerhaft deutlich über 60 %)
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Bei der Abrechnung gibt es unklare Positionen oder starke Sprünge
Betriebskostenabrechnung prüfen: Typische Fehler (kurz & wichtig)
Wenn Sie eine Abrechnung erhalten, achten Sie besonders auf:
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Abrechnungszeitraum korrekt?
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Verteilerschlüssel plausibel? (Wohnfläche, Verbrauch etc.)
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Wurden Leerstände korrekt berücksichtigt? (je nach Fall)
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Gibt es doppelte Positionen?
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Sind Wartung/Reparatur sauber getrennt? (Reparaturen gehören meist nicht in die Nebenkosten)
(Hinweis: Das ist keine Rechtsberatung, aber eine gute Orientierung.)
10 Sofort-Tipps, um Nebenkosten im Winter zu senken
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Stoßlüften statt Kipplüften
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Thermostat konstant nutzen, nicht ständig auf/zu
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Heizkörper frei lassen (Vorhänge/Möbel weg)
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Heizkörper entlüften, wenn nötig
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Rollläden/Jalousien abends schließen (Wärmeverlust senken)
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Türen schließen und Wärme „zonen“ (aber Nebenräume nicht komplett auskühlen lassen)
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Warmwasser bewusst nutzen (kurzer, etwas kühler duschen)
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Luftfeuchtigkeit messen & im Blick behalten
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Zugluft prüfen (Dichtungen, Fenster)
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Verbrauch notieren (kleines Wochenprotokoll hilft)
Mini-Checkliste (zum Mitnehmen)
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Stoßlüften 2–4× täglich
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Thermostat konstant, keine Extrem-Sprünge
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Heizkörper frei + ggf. entlüften
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Rollläden abends runter
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Hygrometer: 40–60 %
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Warmwasser kurz & effizient
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Abrechnung bei starken Sprüngen prüfen
Passende Ratgeber (interne Links)
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Heizkosten sparen im Winter: 10 Sofortmaßnahmen (Ihr ImmoGotha-Artikel)
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Schimmel im Winter: Ursachen & Soforthilfe (Ihr ImmoGotha-Artikel)
Eigentümer-Hinweis (soft, optional)
Wenn Sie Eigentümer sind und über Verkauf nachdenken: Ein guter energetischer Eindruck (Heizung, Fenster, Feuchte) wirkt sich oft auf Nachfrage und Preis aus.
Mehr Infos dazu finden Sie bei RR Immobilien Gotha (Wertermittlung/Verkauf).
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